Im Rahmen der grenzüberschreitenden Berufsorientierung lud das JOBSTARTER-Projekt „TRANSREGIO PRO JOB“ und die Donner + Kern gGmbH polnische und tschechische Jugendliche aus Biedrzychowice und Ceska Lipa zu einem Transnationalen Workshop am 20.10.2010 in die Fachschule für Sozialwesen nach Görlitz ein.
Im Mittelpunkt standen grenzübergreifende Berufsorientierung und ein LehrstellenKontaktForum des Jobstarter-Projektes „TRANSREGIO PRO JOB“ und des Deutsch-Polnischen Kontakt- und Informationsbüros GörlitZgorzelec der Donner + Partner GmbH Sachsen. Man hatte sich das Ziel gesetzt, Jugendliche aus der Euroregion Neiße-Nisa-Nysa über eine Ausbildung in Sachsen bzw. Deutschland zu informieren bzw. in Zukunft zu begeistern, da die Anzahl unbesetzter Lehrstellen in den kommenden Jahren steigen werde. Deshalb wollte „TRANSREGIO PRO JOB“ die ab 2011 geplante Arbeitnehmerfreizügigkeit nutzen, um Jugendliche und Auszubildende aus Polen und Tschechien anzusprechen, eine Ausbildung in Sachsen zu beginnen.
Langfristiges Ziel ist es, sich für den Nachwuchs aus den Nachbarländern zu öffnen, um den Fachkräftemangel perspektivisch entgegen zu wirken. Darüber hinaus können für unsere Betriebe zweisprachige Fachkräfte, die grenzüberschreitende Kooperationen und Geschäfte unterstützen, gewonnen werden.
Jürgen Knospe von der Donner + Partner GmbH Sachsen, Peter Marakanow und Mirko Quauck vom JOBSTARTER-Projekt "TRANSREGIO PRO JOB" begrüßten die Teilnehmer, u.a. Jugendliche und Lehrkräfte aus polnischen und tschechischen Bildungeinrichtungen aus der übergymnasialen Bildungseinrichtung Biedrzychowice und der Fachschule für Management Ceska Lipa.
Mit dem Beitritt Polens und Tschechiens zur EU wurden gute Voraussetzungen auch für eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Beziehungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung geschaffen. Wie die Grenzregion als Chance genutzt und jüngeren Menschen eine wirtschaftliche Zukunft eröffnet werden kann, stellten verschiedene Referenten den Teilnehmern vor.
Herr Marakanow, einer der vier Ausbildungsplatzmanager von „TRANSREGIO PRO JOB“, stellte das vom Bund geförderte Vorhaben vor und Herr Quauck von der ABS Robur Zittau, ebenfalls Ausbildungsplatzmanager im Projekt gab anhand von aktuell noch offene Ausbildungsplätzen Infos zu den jeweiligen Ausbildungsberufen und weiteren Bildungsmöglichkeiten in Unternehmen und Einrichtungen im Dreiländereck. Dass in den neuen Ländern bereits vielfältige Ansätze bestehen, die Chancen entlang der Grenze zu Polen und Tschechien für die regionale Entwicklung zu nutzen, wurde bereits auf den vergangenen Berufsausbildertagen in Görlitz dokumentiert. Herr Quauck schilderte recht eindrucksvoll den Teilnehmern seine Erfahrungen aus LEONARDO-DA-VINCI Mobilitätsprojekt „Mobil4future“ in der Kinderkureinrichtung in Cvikov/Tschechien.
Über die Euroregionale Ausbildung und Zukünftiges am Übergymnasialen Schulzentrum in Biedrzychowice berichteten Frau Direktorin Rak und die Direktorin Frau Matouskova von der Privaten Fachschule für Management Ceska Lipa. Sie stellten neben der Ausbildung an ihrer Schulen auch die von der EU-geförderten Projekte vor, so u.a. das Projekt „Transnationales Zentrum Biedrzychowice“ und das mit der Donner + Partner GmbH Sachsen realisierte Interreg-IIIA-Projekt „Qualifizierung deutscher und tschechischer Jugendlicher“.
Herr Marakanow zeigte anhand praktischer Beispiele sein Engagement im deutsch-polnischen Kontakt- und Informationsbüros GörlitZgorzelec.
Insgesamt war die Resonanz auf das trilaterale Treffen positiv. "Die ausgezeichnete Resonanz und die Tatsache, dass sich hier Leute zusammengefunden haben, die gemeinsam Drei-Länder-Projekte umsetzen wollen, macht mir deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind und Veranstaltungen dieser Art regelmäßig durchführen müssen“, so Monika Citow und Malgorzata Kubiszyn aus Biedrzychowice. Gemeinsam will man das Projekt „TRANSREGIO PRO JOB“, weiter entwickeln und sich auf neue Projekte im Rahmen des Ziel-3-Programms vorbereiten.
Mirko Quauck und Peter Marakanow konnten in ihren Abschlussstatements feststellen, dass es unbedingt erforderlich ist, Ausbildungsplätze in zukunftsfähigen Beschäftigungsfeldern zu schaffen, um junge Menschen in der Region zu halten, Sprachkompetenzen als Basis grenzüberschreitender Mobilität zu fördern, sowie Umschulungs- und Fortbildungsangebote gemeinsam zu entwickeln, Arbeitslosigkeit beiderseits der Grenze zu vermeiden und zu reduzieren und Unternehmen der Grenzregion auf eine grenzüberschreitende und internationale Wirtschaftstätigkeit im Hinblick auf den euroregionalen Arbeitsmarkt im Jahre 2011 vorzubereiten.
Mit dem Treffen zeigten die Initiatoren einen Weg auf, wie durch den Transfer von bewährten Modellen und Initiativen grenzüberschreitender Kooperation die weitere Zusammenarbeit ausgestaltet und vertieft werden kann.